ZUM HAUPTMENU / DIE ENTWICKLUNG DER SCHREIBMASCHINE
     
 


1 Der Buchdruck

1.1 Händische Verfahren
Johannes Gensfleisch Gutenberg erfand um 1440/50 das Buchdruckverfahren, eine Vervielfältigungsmöglichkeit für Schrift, mit der hohe Auflagen preiswert herzustellen sind. Dies war die technische Voraussetzung, um Bücher einem breiten Publikum zugänglich zu machen, dass Zeitungen und Zeitschriften entstanden und ganz allgemein schriftliche Mitteilungen eine zuvor nicht gekannte Verbreitung finden konnten. Kaum eine andere Erfindung hatte einen solch außerordentlichen Einfluss auf die Kultur und die menschliche Gesellschaft. Abbildung 1 zeigt ein Faksimile der Gutenberg-Bibel.



Abbildung 1: Faksimile der Gutenberg-Bibel

Genauso alt wie die Gutenberg'sche Erfindung ist das Drucken von Bildern mit Holzschnitt- und Kupferdruckverfahren. Von Gutenberg an bis ins 19. Jahrhundert fanden einfache Handpressen Verwendung. Abbildung 2 zeigt eine Druckerwerkstatt des 18. Jahrhunderts.



Abbildung 2: Druckerwerkstatt des 18. Jahrhunderts


1.2 Industrielle Verfahren
Der mechanisierte Schriftsatz durch die neuen Setzmaschinen war die wesentliche Neuerung, die die Drucktechnik im 19. Jahrhundert erfuhr. Abbildung 3 ist der Linotype Ottmar Mergenthalers dargestellt. Diese Maschine und der Monotype Talbot Lanstons aus dem Jahr 1965 werden zur Textherstellung bis zur Einführung des Photosatzes in den 1970er Jahren verwendet.



Abbildung 3: Linotype 6c Quick, 1965

Auch in der Bildreproduktion beschritt man neue Wege. 1796 bis 1798 erfand Alois Senefelder mit der Lithographie und dem Steindruck ein völlig neues Druckprinzip. Aus seinem Nachlass sind die erste Stangenpresse (vgl. , die Reisepresse und verschiedene Werkzeuge gezeigt.


Abbildung 4: Stangenpresse von Senefelder, 1797


Die aus Senefelders Erfindung hervorgegangene Chromolithographie ermöglichte erstmals naturwahre Farbdrucke. Georg Meisenbach entwickelte zwischen 1882 und 1889 ein Verfahren, Bilder in Rasterpunkte zu zerlegen und auf Zinkplatten zu übertragen. Das erste von ihm hergestellte Klischee ist ausgestellt, desgleichen eine frühe Reproduktionskamera von 1925 und die erste Maschine zum Tiefätzen der Klischees. Verschiedene Maschinen zum Herstellen von Druckformen für Wertpapiere und Banknoten finden sich im folgenden Ausstellungsteil. Eine große Fläche ist den Druckmaschinen gewidmet, darunter die älteste noch erhaltene Schnellpresse und die älteste Maschine für den Bogentiefdruck. Eine Rotationshochdruckmaschine zum Druck einer Zeitung, zwei Schnellpressen, eine ebenfalls für den Zeitungsdruck und eine für Zweifarbendruck in einem Durchlauf, sind vorführ- und druckfähig. Im Bereich zum Thema Buchbinden werden mehrere Originalmaschinen, das Modell einer Dampfbuchbinderei und Bindeproben gezeigt.

1.3 Elektronische Bild- und Textverarbeitung
Wesentlich ist hier das Vordringen der Elektronik in den Bereich der Text- und Bildverarbeitung. In den 1970er Jahren verdrängten Photosatzgeräte die Bleisatzmaschinen. Die Buchstaben liegen hier in Form eines Schwarzweiß-Negativs oder elektronisch gespeichert als digital codierte Informationen vor. Für die Bildherstellung verwendet man ebenfalls elektronische Geräte, sogenannte Scanner. Leistungsfähige Kleincomputer erfassen Text mit entsprechender Software, verarbeiten Bildinformationen, fügen die Bestandteile zu einem Layout zusammen und geben die Ergebnisse über einen Belichter auf Film aus. Die erste Maschine, die mit in 0/1-Informationen abgespeicherten Zeichen über eine Fernsehröhre Buchstaben erzeugen konnte, war die Digiset. Abbildung 5 zeigt eine voll funktionsfähige DTP- (Desk-Top-Publishing-) Station.


Abbildung 5: Teilansicht einer DTP-Station


Der Siebdruck als Sonderverfahren zum Drucken auf praktisch alle Materialien und runde Körper ergänzt die Möglichkeiten des Drucks. Auch die Offsetmaschinen entstanden, die rasch fotomechanischen Druck ermöglichten.


2 Die Anfänge der Schreibmaschinen

2.1 Grundlegende Erfindungen (1714-1873)

Der erste konkrete Nachweis einer Schreibmaschine datiert vom 07. Januar 1714. An diesem Tage erteilte das British Patent Office dem englischen Ingenieur Henry Mill, das königliche Patent Nr. 395 über eine Maschine, die wie folgt beschrieben wird.
"An aritfical mashine or method for impressing or transcribing of letters singly or progressively one after another, as in writing, whereby all writings whatsoever may be engrossed in paper or parchment so neat and excat as not to be distinguished from print ..."
"Eine künstliche Maschine oder Methode, Buchstaben abzudrucken oder abzuschreiben, einzelne oder fortlaufend, einen nach dem anderen wie in der Schrift, so dass jeglicher Text auf dem Papier oder Pergament so klar und deutlich abgeschrieben werden kann, dass man diese Schrift vom Druck nicht unterscheiden kann ..."
Hinweise über den Bau und die praktische Verwendung dieser Maschine liegen nicht vor. Es ist zu vermuten, dass die Schreibmaschine für Blinde bestimmt war.


Abbildung 6: Schreibmaschine für Blinde


Henry Mill's Maschine blieb unbeachtet. Erst über die hundert Jahre später trat ein zweites Patent hervor, das das Patentamt in Washington am 23. Juli 1829 dem Amerikaner Burt über die von ihm erfundene Schreibmaschine für Sehende erteilt hatte.

2.1.1 Schreibmaschinen für Blinde

Es finden sich Hinweise, dass der Engländer Sanderson sich 1730 mit dem Bau einer Blindenschreibmaschine beschäftigt habe. Es fehlen aber nähere Angaben über Bau und Anwendung dieser Maschine.
Als erster nach Mill ist daher Wolfgang von Kempelen zu nennen, der 1779 eine solche Schreibmaschine erdacht hat.
In Schriften berichtet der Franzose Pingeron von einer Blindenschreibmaschine, die der Franzose L'Hermina 1784 gebaut hatte.
1808 wurde eine Schreibmaschine, die ein Italiener namens Pellegrino Trri konstruiert hatte, bekannt.
Der Leiter des Breslauer Blindeninstitutes Johan Knie entwickelte 1838 eine Blindenschreibmaschine.
1839 erschien eine Blindenschreibmaschine, die der Franzose Pierre Foucauld, eine Zögling einer Pariser Blindenanstalt erfunden hat.

2.1.2 Schreibmaschinen für Sehende
Es finden sich Hinweise, dass der Franzose Pierre Carmien 1749 ein Schreibklavier für Sehende entwickelt haben soll. Es fehlen aber nähere Angeben über Bau und Anwendung dieser Maschine.


Abbildung 7: Eine erste Schreibmaschine für Sehende


1823 trat der Italiener Pietro Conti mit einer Schreibmaschine für Sehende an die Öffentlichkeit. Sie bestand bestand aus Typen und Typenhebeln und wurde durch Tastenanschlag in Tätigkeit gesetzt.
Als erster Amerikaner, der 1829 eine Schreibmaschine für Sehende erfunden hat und die im selben Jahr patentiert wurde, ist William Austin Burt zu nennen. Das Modell war aus Holz gefertigt.
Der Freiherr von Drais (Erfinder des Fahrrades) wartete 1832 mit einer Schnellschreibmaschine auf.
Der Franzose Xavier Progin verwendete in seiner Maschine erstmalig Typenhebel, die gleichlang in Kreisform angeordnet waren. Es handelte sich, da noch keine Tastatur mit Tastenhebeln vorhanden war, um sogenannte Druckhebel.


Abbildung 8: Erste Typenhebel-Schreibmaschine von Progin


Der Italiener Guiseppe Ravizza verwendete bei seinem Schreibklavier erstmals Typenhebel, die wie bei Progin kreisförmig angebracht waren, aber als Schwinghebel von unten auf die Schreibwalze aufschlugen.
1863 kam der Amerikaner John Pratt mit einer Schreibmaschine auf der man mehrere Tasten zugleich anschlagen konnte. Er erhielt 1866 in London das Patent.
Der Direktor eines Kopenhagener Taubstummeninstitutes, Pastor Malling-Hansen erfand die sogenannte Schreibkugel (dän. = skrivekuglen). In den 70iger Jahren hat Malling-Hansen seine Maschine teilelektrifiziert, bei der der Wagentransport elektrisch arbeitete.

2.1.3 Peter Mitterhofer`s Schreibmaschinen


2.1.3.1 Modell 1864
Mitterhofers erste Schreibmaschine war entsprechend seines Berufes als Zimmermann mit Ausnahme des Typenhebelkorbes ganz aus Holz gefertigt. Weil nur die Grundprinzipien der Mechanik verkörpert waren wird sie die "misslungene" genannt. Er selber bezeichnete sie so weil Buchstabenabstand und - bild unregelmäßig waren.


Abbildung 9: Peter Mitterhofer's Modell 1864


Das Tastenfeld besteht aus 30 Tasten, die in drei Reihen stufenförmig übereinander angeordnet sind. Das Papier wird durch hängende Schwinghebel aus Nadelspitzen zu Buchstaben zusammengesetzte Typen, die von unten zum Mittelpunkt des Typenhebelkorbes schlagen, durchlöchert.

2.1.3.2 Modell Dresden 1865
Die zweite Maschine (vgl. Abbildung 10) ist von erheblichen Neuerungen gekennzeichnet und erreicht durch Veränderungen von Zwischen- und Typenhebeln einen gleichmäßigen Anschlag. Die Typen wurden nicht mehr aus zu spitzen leichten Stiften gefertigt, wodurch das Schriftbild besser lesbar war. Der Anschlag war verstellbar und löste am Ende der Zeile ein Glockenzeichen aus. Beim Rücktransport des Schlittens erfolgt ein automatischer Zeilenvorschub.


Abbildung 10: Peter Mitterhofer's Modell Dresden 1865


Besonders hervorzuheben ist, dass durch die geänderte Papierhaltung im Rahmen mit Hilfe eines Gegenhalters über dem Mittelpunkt des Typenhebelkorbes der Buchstabe nach dem niederdrücken der Taste sofort sichtbar wird.

2.1.3.3 Modell 3 1866 ( Die Verschollene )

Das dritte Modell war lange Zeit im Besitz von Alois Gstrein. Die Überlieferung erzählt, dass ein Verwandter Peter Mitterhofers seine Erbansprüche geltend machte, und sich das Modell eines Tages einfach abholte während Gstrein nicht zu Hause war. Dieser Verwandte stammte aus Lana in Tirol und war der Gutsbesitzer Anton Rimbl.
Bis vor ca. 25 Jahren ging man noch davon aus, dass Peter Mitterhofer nur vier und nicht fünf Schreibmaschinen konstruierte. Dies konnte der Direktor des Technischen Museums in Wien, Richard Krcal, beweisen. Ebenso ergaben dessen Forschungsarbeiten, dass nicht wie angenommen Mitterhofer das "Modell Meran" beim Kaiser zur Vorsprache mit hatte sondern diese "Verschollene" (siehe Abbildung 11).


Abbildung 11: Peter Mitterhofer's Modell 1866


Mitterhofer selbst beschrieb die Schreibmaschine, die er beim Kaiser vorzeigte, als 30 Zoll lang, 14 Zoll breit und 11 Zoll hoch. Das "Modell Meran" hingen hat eine Länge von 20 Zoll, eine Breite von 11,5 Zoll und eine Höhe von 7,5 Zoll. Ein weiterer Beweis dafür ist die gefundene Transportkiste, die genau den Maßen des "verschollenen" Modells entspricht. Keines von Mitterhofers vier erhaltenen Modellen würde auch nur annähernd in diese Transportkiste passen.
Für die bestmöglichste Konstruktion dieser Schreibmaschine fehlten Mitterhofer die nötigen Mittel. So beschloss er sich mit einem Gesuch beim Kaiser das Geld, das er brauchte zu beschaffen. In seinem Gesuch stellte Mitterhofer seine Schreibmaschine vor und betonte, dass diese nur im Rohzustand war und erst ausgereift werden muss. Dadurch wurde das Polytechnische Institut von der staatlichen Kabinettskanzlei beauftragt sich mit der Schreibmaschine auseinander zusetzen. Die Beurteilung fiel relativ gut aus: "Der Apparat sei bei einer einwandfreien technischen Ausführung ein tadellos funktionierendes Schreibgerät. Der Erfinder verstand es durch exzellente Ausführung sehr viele technische Schwierigkeiten zu lösen."
Mitterhofer erhielt vom Kaiser 200 Gulden. Erfreut über diese Subvention kehrte Mitterhofer wieder in seine Heimat nach Partschins zurück.
Das dritte Modell ist genauso wie die ersten zwei Modelle aus Holz gefertigt. Mit dieser Schreibmaschine konnten nur Großbuchstaben und Schriftzeichen geschrieben werden. Man nimmt an, dass die Maschine mit einem dreistufigen Tastenfeld mit drei mal zwölf, somit sechsunddreißig Tasten, ausgestattet war. Der Unterschied zu den ersten beiden Modellen besteht darin, dass beim dritten Modell anstatt der aus Nadelspitzen zusammengesetzte Buchstaben, Buchdrucklettern angebracht waren. Erstmals wurde als Papierträger eine Walze verwendet.

2.1.3.4 Modell 4 ( 1867 ) Modell Meran
Für damalige Verhältnisse waren die erhaltenen zweihundert Gulden ein relativ ansehnlicher Betrag. Mitterhofer konnte nun damit mit neuen Konstruktionen experimentieren. Zwei Modelle standen ihm dabei zur Verfügung: Das aus Wien zurückgebrachte Modell und das von ihm als "misslungen" bezeichnete.
Die vierte Konstruktion enthielt grundlegende Neuerrungen und ideenreichen Konstruktionen. Diese Typendruckschreibmaschine konnte Großbuchstaben, Kleinbuchstaben und Ziffern. Schreiben. Wie auch schon beim dritten Modell wurde als Papierträger eine Schreibwalze verwendet.


Abbildung 12: Peter Mitterhofer's Modell Meran 1867


Das Modell Meran ist das erste Modell, das Peter Mitterhofer aus Metall fertigte. Die Schlosserei des Schlossermeisters Mathias Bernhart stand ihm dafür zur Verfügung. In diesem Modell sind bereits wesentliche Grundmerkmale einer heutigen Schreibmaschine enthalten. Der Typenkorb, der Unteranschlag und der Mehrschrittmechanismus für die Buchstabenzwischenräume sind für alle gemein.

2.1.4 Die Schreibmaschinen von Sholes - Glidden - Soulé
Die Amerikaner Christoph Latham Sholes, Charles Glidden und Samuel W. Soulé befassten sich mit der Konstruktion einer Schreibmaschine, die in der Endstufe ihrer Entwicklung den Durchbruch als praktisch verwendbare Büroschreibmaschine gebracht hat.


Die ersten Modelle, die 1867 und 1868 patentiert wurden, zeigen, dass Sholes wie House das Tastenfeld der Klaviatur des Pianos nachbildete und dass seine Maschine keine Schreibwalze besaß. Er bediente sich des Schwinghebelprinzips mit Unterschlag.
Das folgende Modell war bereits mit einer Schreibwalze ausgerüstet, die zur Buchstabenschaltung gedreht werden musste und deren Längsverschiebung die Zeilenschaltung zur Folge hatte.
Am 01. März 1873 kam es zu einem Vertragsabschluß mit Remington. Remington räumte man somit das alleinige Herstellungs- und Vertriebsrecht an diesen Maschinen ein.
Damit war die erste Schreibmaschinenfabrik ins Leben gerufen worden.

2.2 Eingabe und Ausgabe von Text

2.2.1 Informationseingabe
Die Informationseingabe kann wie in Abbildung 13 dargestellt erfolgen über:
. ein Zeichenfeld
. ein Tastenfeld

über ein Zeichenfeld
über ein Tastenfeld

Eintaster- oder
Zeigermaschinen
z.B. Niagara


Vieltaster- oder
Tastaturmaschinen
z. B. Remington

Abbildung 13: Möglichkeiten der Informationseingabe bei Schreibmaschinen

2.2.1.1 Eintastermaschinen
Bei den Eintastermaschinen führt beim Schreiben die linke Hand des Schreibenden einen Zeiger auf dem Zeichenfeld zum gewünschten Zeichen. Dadurch verschiebt sich der Typenträger und der Typenkörper, der alle Zeichen enthält, gelangt mit dem in Frage kommenden Zeichen an den Druckpunkt. Durch Niederdrücken der Taste mit der rechten Hand erfolgt der Abdruck.

2.2.1.2 Vieltastermaschinen
Wähend bei den Eintastermaschinen sich sämtliche Typen auf einem Typenträger (=Universaltypenträger) befinden, dienen bei den Vieltastermaschinen als Typenkörper vorwiegend Einzelmechanismen. Die Häufung dieser Einzelmechanismen durch die Vielzahl der Zeichen führt beim technischen Einbau zu Schwierigkeiten und hatte eine Verteuerung zur Folge. Das mag mit ein Grund dafür gewesen sein, dass anfangs die Tastaturen nur mit Großbuchstaben (z.B. REMINGTON Mod. 1) aufwiesen. Da man auf die Dauer auf die Kleinbuchstaben nicht verzichten konnte, konstruierte man Schreibmaschinen mit getrennten Tastenfelder für Groß- und Kleinbuchstaben (Volltastatur, z. B. SMITH PREMIER).


Abbildung 14 Tastatur mit Groß- und Kleinbuchstaben


Die Erfindung der Umschaltung brachte die Lösung des Problems, wodurch eine wesentliche Reduzierung der Tastenzahl eintrat. Durch die Umschaltung wird bei älteren Schreibmaschinen der Wagen gehoben, so dass bei einem Typenträger, der zwei Zeichen trägt, das zweite Zeichen zum Abdruck kommt (=Wagenumschaltung). Moderne Maschinen heben oder senken den gesamten Typenhebelkorb, wodurch das zweite Zeichen in Druckhöhe gelangt und aufgeschlagen werden kann (=Segmentumschaltung).
Tastenfelder, deren Typenträger jeweils zwei Typen enthalten, nennt man Halbtastaturen (=einfache Umschaltung). Man hat versucht, noch andere Umschaltungen zu entwickeln und unterscheidet je nach Art der angewandten Umschaltung folgende.
Einfache Umschaltung = Halbtastatur = jeder Typenkörper hat 2 Zeichen
Doppelte Umschaltung = Dritteltastatur = jeder Typenkörper hat 3 Zeichen
Dreifache Umschaltung = Vierteltastatur = jeder Typenkörper hat 4 Zeichen
Fünffache Umschaltung = Sechsteltastatur = jeder Typenkörper hat 6 Zeichen

2.2.2 Informationsausgabe
Die Typen werden durch Träger mittels eines Mechanismus auf dem Papier zum Abdruck gelangen. Zwei von einander verschiedene Konstruktionen haben sich entwickelt:
Ausgabe über Einzeltypenträger und Ausgabe über Universaltypenträger

Die Typenträgermechanismen müssen in Tätigkeit treten, soll es zur Ausgabe kommen. Es bedarf einer Kraft, die den Maschinenantrieb bewirkt. Die erforderliche Antriebsenergie kann.
. vom Maschinenanwender kommen und durch den Tastenanschlag in die Maschine gelangen (= Handantrieb)
. von einem Energiegeber stammen, wobei der Maschinenanwender durch den Tastenanschlag nur den Kontakt herstellt, der den Maschinenantrieb auslöst (= Kraftantrieb)
Bei den handbetriebenen Schreibmaschinen (DIN 2112), in der Praxis als mechanische Schreibmaschinen bezeichnet, werden die Arbeitsfunktionen durch die Kraft des Tastenanschlages bewirkt. Dazu ist, je nach der Art der verwendeten Maschine, ob kleine, mittlere oder große, eine Anschlagarbeit von 250 bis 400 cmp (p = pound = Krafteinheit) notwendig, wobei ein Tastentiefgang von 12 bis 17 mm zu überwinden ist. Im Durchschnitt erfordert ein Tastenanschlag den Kraftaufwand von 50 p. Bei einer Schreibleistung von etwa 50 000 Anschlägen/Tag bewegt ein Schreiber mit seinen Fingern etwa 2,5 t!

3 Reife u. konstruktive Verbesserung (1878-1898)

3.1 Remington
Remington nahm sich des neuen Fabrikationszweiges mit Eifer an. Er ließ das Sholes'sche Modell (siehe Punkt 2.1.4) überarbeiten, d.h. fabrikationsreif machen. Im folgenden Jahr (1874) wurden die ersten Maschinen ausgeliefert. Diese kam noch unter der Bezeichnung 'THE SHOLES & GLIDDEN TYPEWRITER' auf den Markt. Erst ab 1877 gelangten sie als 'REMINGTON Mod. Nr. 1' (siehe Abbildung 16) zum Verkauf.


Abbildung 16: Remington Mod. Nr. 1


Der Absatz war anfangs unbefriedigend. Bei der Überlegung, welche Ursachen zu diesem Misserfolg geführt hatten, wurde klar, dass die Schreibmaschine gegen ein Vorurteil angehen musste, das allgemein war: die Geschäftsbriefe seien nach wie vor mit der Handschrift zu erstellen. Wie stark dieser Einfluss war, lässt die Tatsache erkennen, dass die Bank von England die Maschinenschrift erst 1907 im Geschäftsverkehr zuließ
Weiters war verkaufshemmend, dass es noch nicht genügend Bürokräfte gab, die das Maschinenschreiben beherrschten, um sich bei der Erledigung der Schreibarbeiten der Maschine mit Vorteil bedienen zu können.
Dem 'Remington Mod. Nr. 1' wurde vorgeworfen, dass sie nur Großbuchstaben hatte und sie deswegen für die Praxis nicht geeignet ist.
Remington überraschte durch die Erfindung der Umschaltung (= Halbtastatur). Man versah die Typen mit je zwei Buchstaben oder Zeichen und machte die Schreibwalze verschiebbar, die durch die Umschalttaste in die für die Großschreibung entsprechende Lage gebracht wurde. Bei der Remington wurde als Unteraufschlagmaschine die Walze nach hinten geschwenkt, wodurch die Großbuchstaben zum Abdruck gelangten. Die Anregung zum Einbau der Umschaltung stammte von Lucian Stephan Crandall, die technische Durchführung der Idee besorgte der Ing. Byron A. Brooks.
Infolge des Unteraufschlages war die Schrift nicht sofort sichtbar (=Blindschriftmaschine). Nach dem Hochklappen des Wagens konnte man das Geschriebene lese. Dieser Arbeitsschritt wurde aber im allgemeinen nicht als störend empfunden. Beachtenswert ist die Schreibwalze, zu deren unförmigen Dicke man gezwungen war, weil damals noch keine Typen mit konkaver, der Rundung der Walze entsprechender Oberfläche zur Verfügung standen. Auch wählte man besonders kleine Typen, um die Nachteile der konvexen Schreibfläche auszugleichen.
Die Rückführung des Wagens geschah durch Betätigen des rechts befindlichen Handhebels. Die Maschine besaß einen selbständigen Farbbandtransport, zwei Randsteller und ein Glockensignal.
Auch die Tastatur hatte sich geändert. Die langen Tasten waren mit den Buchstaben A bis M, die kurzen mit den Buchstaben N bis Z belegt. Nach Überarbeiten der Urtastatur (Austausch von x und c, m in die untere Tastenreihe) wurde diese in die Remington Mod. Nr. 2 übernommen.
Das Grundkonzept dieser Remington blieb für Jahre hindurch bestimmend.


Abbildung 17: Remington Mod. Nr. 2


1878 kam die verbesserte Version ,REMINGTON Mod. Nr. 2' auf den Markt (siehe Abbildung 17). Die Remington Mod. Nr. 2 Maschine (1878) war dem Aufbau nach eine Schwinghebelmaschine (vgl. Abbildung 15). Ihr zweiarmiger Typenhebel trug je zwei Typen die unterhalb der Schreibwalze lagerten. Der kurze Arm des Typenhebels war durch eine Zugstange mit dem Tastenhebel verbunden, so dass beim Tastenanschlag der Typenhebel zur gemeinsamen Druckstelle schwang und von unten auf die Walze aufschlug (Unteraufschlag). Beim Loslassen der Taste fiel der Typenhebel in die Ruhelage zurück.

3.2 Typenhebelmaschine mit Unteraufschlag

3.2.1 Unteraufschlagmaschinen mit Volltastatur

3.2.1.1 Caligraph
Als erste Volltastaturmaschine erschien 1880 die 'CALIGRAPH' durch G. W. N. Yost. Der 'Caligraph' war eine Unteraufschlagmaschine wie die Remington Mod. Nr. 2


Abbildung 18: Caligraph


Das Tastenfeld bestand aus sechs Reihen mit je zwölf Tasten. Yost verwendete eine Idealtastatur, deren Tasten nicht terrassenförmig ansteigen, sondern flach eingebettet waren. Aus diesem Grund wurde die Maschine von Blinden bevorzugt. Die Anordnung der Tasten war rechteckig ohne Versetzung. Im vorderen Teil der Maschine lagerten die Tastenhebel, womit sich der für die 'Caligraph' charakteristische Vorbau erklärte.
Die Kleinbuchstaben befanden sich in der Mitte des Tastenfeldes, die Großbuchstaben waren zu beiden Seiten der Kleinbuchstaben angebracht. Die sechste und letzte Reihe enthielt die Ziffern und Zeichen.
Von der 'Caligraph' sind sechs Modelle erschienen. Das Modell 2 wurde vornehmlich nach Deutschland verkauft.
1900 erschien eine verbesserte 'Caligraph', die 'NEW CENTURY CALIGRAPH'. Sie stellte sich ohne den früher charakteristischen Vorbau vor, weil man die Tastenhebel nach hinten verlegt hatte. Das Tastenfeld war der Universaltastatur angepasst und wies die Tasten in Versetzung auf.

3.2.1.2 Yost
Obwohl die Caligraph einen großen Erfolg hatte, gab sich Yost damit nicht zufrieden und war bestrebt, die aufgetretenen Mängel zu beseitigen. Vor allem erkannte er die Schwächen der Idealtastatur. Er gehörte zu den Fachleuten, die 1888 auf dem Kongress in Toronto für die Einführung des universal keyboard eintraten.
Eine weitere Schwäche der Maschine zeigte sich in der Farbgebung mittels Farbband, das den gewünschten Feinheitsgrad der Schrift vermissen ließ.
Yost brachte mit Unterstützung von Alex. Davidson, Andrew Steiger und Jacob Felbel eine neue Maschine heraus, die den Namen YOST' trug und 1887 erschien (Abbildung 19)


Abbildung 19: YOST 1887


Die Neuschöpfung war mit der Universaltastatur ausgestattet und konnte von jedem Remingtonschreiber sofort bedient werden. Die Farbgebung erfolgte mittels Farbkissen, das aus einem ringförmigen Filzstreifen bestand und auf dem die Typen ruhten.
Die Besonderheit der Maschine bestand in einer Zentraltypenführung, bei der vor dem Druckpunkt der Walze eine Schablone angebracht war, durch deren viereckige Öffnung die Typen aufschlagen mussten und die die Zeilengeradheit der Schrift sicherte.
'Yost' war in der Fachwelt anerkannt und weit verbreitet.

3.2.1.3 Smith Premier
Die Smith Typewriter Co., N. Y., kam mit der von Alexander Timothy Brown erfunden Volltastaturmaschine und als 'SMITH PREMIER' bezeichnet, auf den Markt.
Erstmalig verwendete Brown in den Typenhebelgelenken Kugelleger, wodurch sich die Reibung verminderte und das Schreiben leichter wurde. Auch ersetzte er die bisherigen Tastenhebel durch drehbare, in der Längsachse der Maschine sich befindende Wellen. Dadurch war für alle Typenhebel eine gleichmäßige mechanische Voraussetzung geschaffen und die Zeilengeradheit der Schrift gesichert. Erstmalig auch die Verwendung eines automatischen Farbbandes, dessen Mechanismus in steiler Zickzacklinie das 38 mm breite Farbband voll ausnutzte.
Die 'Smith Premier' war eine Unteraufschlagmaschine mit Universaltastatur, deren Tasten rechteckig angeordnet waren. Im Gegensatz zur Remington, bei der man zur Sichtbarmachung des Geschriebenen den Wagen hochheben musste, brauchte man bei der 'Smith Premier' nur die im Wagen schwenkbare eingelassene Walze nach vorn zu kippen.


Abbildung 20: Smith Premier Mod. No. 4


Wie stark die 'Smith Premier' in Deutschland verbreitet war, lässt die Tatsache erkennen, dass die 'Smith Premier Schreibmaschinen-Gesellschaft' in Berlin eine Zentrale mit einem über das gesamte Reichsgebiet sich erstreckenden Filialnetz besaß.
In Deutschland wurde der Maschinenschreibunterricht in den berufsbildenden Schulen vorwiegend auf der 'Smith Premier' erteilt. 1914 veröffentlichte Johann F. Herget, Lehrer an der Städtischen Höheren Handelsschulen in Essen, ein Lehrbuch mit dem Titel: 'Das Maschinenschreiben unter Zugrundelegung der rechtwinkeligen Volltastatur nach seiner eigenen Methode der physiologischen Ausbildung des Muskelgefühls für technische Fertigkeiten'.

3.2.2 Unteraufschlagmaschinen mit Halb- und Dritteltastatur

3.2.2.1 International

Lucian Stephan Crandall, den die Amerikaner den 'Edision der Schreibmaschine' nannten, hatte 1979 eine Typenzylindermaschine mit doppelter Umschaltung und sichtbarer Schrift erfunden. Diese Maschine war aber materialmäßig der Dauerbeanspruchung nicht gewachsen, und der erhoffte Erfolg blieb aus.
Crandall konstruierte sie nach Remington'schem Muster zur Unteraufschlagmaschine mit Universaltastatur um. Unter der Bezeichnung 'INTERNATIONAL' kam sie auf den Markt und wurde auch in Deutschland bekannt.


Abbildung 21: International 1892


Neuartig war, dass an die Stelle der Zugstangen sog. Hubstangen traten und die Maschine eine Typenführung besaß, die später bei als Segmentführung bei der Underwood anzutreffen ist. Eine geringe Drehung der Walze genügte, um das Geschriebene sichtbar zu machen.

3.2.2.2 National
1889 trat eine Unteraufschlagmaschine mit doppelter Umschaltung - die einzige Konstruktion dieser Art - hervor. Es handelte sich um die von der National Typewriter Co., Philadelphia, hergestellte 'National', die von Henry Harmon Unz stammte.


Abbildung 22: National 1889


Die Maschine besaß eine Idealtastatur mit 27 Tasten, die sich in drei Reihen zu 9 Tasten in das halbkreisförmige Tastenfeld einfügten. Jeder Type trug in der Mitte einen Kleinbuchstaben (ohne Umschaltung), darüber einen Großbuchstaben und darunter eine Ziffer oder ein Zeichen. Beim Umschalten wurde nicht die Walze, sondern der gesamte Hebelmechanismus bewegt.

3.2.2.3 Densmore
Amos Densmore konstruierte eine Unteraufschlagmaschine mit Universaltastatur, die sich an die Remington Mod. Nr. 2 anlehnte. Die Densmore Typewriter Co., Springfield, brachte sie unter dem Namen 'Densmore' 1891 in den Handel.


Abbildung 23: Densmore 1891


Densmore versah gleich Brown (Smith Premier, vgl. Punkt 3.2.1.3) die Typenhebel mit Kugellagern. Eine weiter Verbesserung bedeutete der Einbau eines Zwischenhebels, der eine zunehmende Beschleunigung des Antriebs bewirkte und eine Zerrung des Aufschlags durch das Zugelement ausschloss. Durch eine halbe Drehung der Walze wurde das Geschriebene sichtbar.

3.2.2.4 Rem/Sho
Die Angehörigen der Familien Remington und Sholes hatten im Verlauf der Jahre die Verbindung zu der 1873 gegründeten Remington Company verloren. Sie waren aber nicht gewillt, die Sache selbst und ihre Idee aufzugeben. Vor allem Zahlmon G. Sholes, ein Sohn des Erfinders Christoph Latham Sholes verband sich mit Franklin Remington, einem Sohn des verstorbenen Begründers der Remington Company. Zusammen brachten sie eine eigene Schreibmaschine heraus, die gleich der ,Remington Mod. Nr. 2' eine Unteraufschlagmaschine mit Universaltastatur war, jedoch eine verbesserte Umschaltung besaß. An die Stelle der Wagenumschaltung trat die Umschaltung des Typenkorbes.


Abbildung 24: Unteraufschlagmaschine von Rem/Sho


Die Maschine sollte unter der Bezeichung 'Remington-Sholes' erscheinen. Dagegen erhob die Remington Company Einspruch. Es kam zu Patentstreitigkeiten. Man wählte die Bezeichung 'REM/SHO' und lieferte ab 1896 die Maschinen unter dieser Bezeichnung aus. Aber auch dagegen wurden Bedenken vorgebracht. Schließlich einigte man sich auf den Namen 'FAY/SHOLES' unter dem ab 1901, vor allem in Deutschland, die Maschinen vertrieben wurden. Fay war er Präsident der Produktionsfirma.

3.3 Universaltypenträger-Maschinen

3.3.1 Vieltaster - Maschinen

3.3.1.1 Crandall

1879 kam Lucian Stephan Crandall, New York, der bei Remington als Mechaniker gearbeitet hatte und ausgeschieden war als erster mit einer typenhebellosen Schreibmaschine heraus. Die Maschine war mit einem Universaltypenträger ausgestattet, der gegen die Front der Walze aufschlug und eine sichtbare Schrift erzeugte.
Als Typenträger diente ein aus Hartgummi gefertigter, aufrechtstehender Zylinder, auf dem 84 Typen in sechs Reihen angebracht waren. Man nennt diese Art der Maschine daher ,Typenzylinder - Maschine' (siehe Abbildung 25).


Abbildung 25: Typenzylinder - Maschine von Crandall


Die Crandall wurde mittels Tastenanschlag bewegt, der den Typenträger drehte und so verschob, daß dieser mit dem entsprechenden Zeichen an die Druckstelle gelangte und auf der Walze aufschlug. Auf dem Zylinder war außer den Typen noch eine gleiche Anzahl von Löchern vorhanden, in die jeweils ein gegenüberliegender Stift einrasten musste und dadurch die Zeilengeradheit der Schrift sicherstellte. Crandall verwendete ein Idealtastenfeld mit doppelter Umschaltung.
Neben der Crandall Nr. 4 mit Idealtastenfeld fertigte man ein Modell mit dreireihigem Universaltastenfeld, die Universal Crandall. Während letztere Maschine eine rechteckige Anordnung der Tastatur zeigte, hatte Mod. Nr. 4 ein gerundetes, der Armhaltung angepasstes Tastenfeld.


Abbildung 26: Universal Crandall


Crandall frappierte mit seiner Erfindung die gesamte Fachwelt. Crandall's Maschine hatte gegenüber den Unteraufschlagmaschinen wesentliche Vorzüge. Sie vereinigten in sich Sichtbarkeit der Schrift mit absoluter Zeilengeradheit und bestachen durch leichte Bauart, die sich im Preis niederschlug.
Den Maschinen fehlte aber die materialmäßige Zähigkeit. Sie waren aber nicht in der Lage, die Dauerbelastung der Büropraxis durchzustehen. Crandall baute daher die Maschine zu Unteraufschlagmaschinen um und übergab diese 1889 unter der Bezeichnung ,International' der Öffentlichkeit.

3.3.1.2 Hammond
James Barlett Hammond rüstete als erster seine 1880 patentierte Maschine mit dem Universaltypenträger aus. Hammond verwendete eine halbkreisförmige Idealtastatur, die in zwei Reihen mit je 15 Tasten bei doppelter Umschaltung 90 Schriftzeichen erfasste.
Als Typenträger diente ein halbierter Radabschnitt, das sog. Typenschiffchen, auf dem sich in drei übereinander liegenden Reihen je 30 Schriftzeichen befanden. Die Buchstaben waren nach der Häufigkeit angeordnet und so verteilt, dass auf die rechte Hand die häufiger vorkommenden Zeichen entfielen.
Durch den Tastenanschlag erfolgte eine Drehung des Typenträgers und das gewünschte Schriftzeichen gelangte an die Druckstelle, wo ein Schlaghammer das Papier gegen die Type presste.
Diese Konstruktion hatte bedeutende Vorteile. Das sichtbare Schriftbild war immer gleichmäßig und von der Intensität des Anschlages unabhängig. Auch konnten sich beim Anschlag zweier Tasten diese sich nicht verklemmen, wie es bei den Typenhebelmaschinen oft vorkommt. Leichtes Auswechseln des Typensegmentes erlaubte das Schreiben mehrsprachiger Texte. Die Maschine war leicht zu bedienen. Geübte Schreiber erreichten mit ihr eine hohe Schreibgeschwindigkeit.


Abbildung 27: Schreibmaschine von Hammond


Die Hammond war auch mit Universaltastatur erhältlich, d.h. dreireihig (Unter-, Mittel-, Oberreihe der Universaltastatur), Ziffern und Zeichen durch doppelte Umschaltung.
Der Hammond, die sich als ausgereifte Konstruktion erwies, war ein großer Erfolg beschieden, zumal sie unter dem Motto: 'Wort in sight', den Weg in die Büros nehmen konnte. Aus der Hammond ging 1927 der 'Varityper' hervor.

3.3.1.3 Munson
Die Erfindung von Samuel John Seifried, Chicago, und James Eugen Munson, New York, war eine Typenzylindermaschine, die den Namen Munson trug. Die Fabrikation der ersten Maschinen besorgte ab 1890 die Munson Typewriter Co., Chicago.
Beachtenswert ist, dass der Typenzylinder nicht vertikal, wie bei der ,Crandall', sondern horizontal lagerte. Daher auch die Bezeichnung, Typenwalze. Er war nicht aus Hartgummi, sondern aus hauchdünnem Stahl gefertigt und hatte fast kein Gewicht.
Die Besonderheit der Munson-Konstruktion besteht darin, dass der Typenzylinder nur die zur Einstellung des zu schreibenden Zeichens notwendige Drehbewegung ausführt, er aber nicht die Type aufschlägt. Hierzu ist ein besonderer Hammer vorhanden, der das Papier von hinten gegen die in Druckstellung sich befindende Type andrückt. Zwischen Typenzylinder und Papier verlief das Farbband, das auf zwei Spulen aufgewickelt und in der Mitte der Maschine zu finden ist.


Abbildung 28: Munson (links) und spätere Chicago (rechts)


Die Herstellung der Maschine übernahm später die Chicago Writing Machine Co., die die Fabrikate unter der Bezeichnung 'Chicago' vertrieb.

3.3.1.4 Blickensderfer
Eine Kleinschreibmaschine ist die Blickensderfer, die man als eine der ersten Reiseschreibmaschinen bezeichnen kann. Sie war klein und handlich, das Gewicht betrug nur 3 kg.
Erfinder der Maschine war G. C. Blickensderfer. Sie kam 1893 auf den Markt durch den Hersteller, die Blickensderfer Mfg. Co., Stanford, Conn, auf den Markt.
Die Maschine besaß ein Idealtastenfeld mit Dritteltastatur, das 28 Tasten in drei Reihen aufwies und deren unterste die am häufigsten vorkommenden Schriftzeichen enthielt. Die Zwischenraumtaste (=Spatium) befand sich in der Mitte unterhalb des Tastenfeldes. Die beiden Umschalttasten lagen links oben.
Als Typenträger diente ein Typenrad, das gleich dem Typenzylinder ein Rotationskörper ist, auf dessen Umfang die einzelnen Typen angeordnet waren. Typenträgern dieser Art wird mittels Tastenanschlag direkt oder indirekt eine solche Stellung gegeben, dass die zugehörige Type stets an denselben Punkt, dem Druckpunkt, gelangt. Der Abdruck erfolgt in der Weise, dass entweder das Papier gegen den Typenträger oder dieser gegen das Papier schwingt. Das Typenrad schlug, wie der Typenzylinder, direkt auf.


Abbildung 29: Blickensderfer mit Universaltastatur (links) und als Reiseschreibmaschine (rechts)


Die Farbgebung geschah durch ein Filzröllchen. Dieses befand sich oberhalb der Papierwalze und gab beim Anschlag der Tasten den Weg für den Typenträger erst dann frei, nachdem dieser durch das Röllchen eingefärbt war. Die Filzröllchen ließen sich nach Belieben mit Farbe tränken oder erneuern, so dass ein sauberes, gleichmäßiges Schriftbild garantiert war. Die Blickensderfer war auch mit Universaltastatur lieferbar.

3.3.2 Eintaster - Maschinen

3.3.2.1 Hall
1880, in dem die Typensegmentmaschine Hammond erschien, brachte Thomas Hall, New York, die erste Zeigermaschine unter der Bezeichnung Hall heraus. Sie war eine kleine, handliche Maschine mit sichtbarer Schrift. Ihr Gewicht betrug 3,5 kg.
Der Typenträger bestand aus einer beweglichen, quadratischen Gummiplatte, die ein Zeiger in Druckstellung brachte. Das Zeichenfeld wies in neun Reihen 81 Zeichen auf. Die Typenplatte lagerte unterhalb des Zeichenfeldes und ruhte auf einem Farbkissen.
Beim Schreiben führte man auf dem Zeichenfeld mit einer Hand den Zeiger zum gewünschten Schriftzeichen. Am unteren Teil des Zeigers war ein kleiner Stift angebracht, den man in ein bei jedem Zeichen vorhandenes Loch eindrücken musste, wodurch die betreffende Type zum Abdruck gelangte.
Die Zwischenraumtaste lag rechts neben dem Zeichenfeld. Es genügte, sie mit dem kleinen Finger der rechten Hand niederzudrücken, ein Anschlagen war nicht erforderlich. Rechtshänder benötigten zum Schreiben nur eine Hand.


Abbildung 30: Zeigermaschine von Hall


So einfach war das Schreiben. Es bedurfte keiner methodischen Einführung und keiner umfassenden Anleitung. Dies mag, obwohl die Zeigermaschine den Hauptzweck des Maschinenschreibens, Zeitersparnis durch gröere Schreibgeschwindigkeit, nicht erreichten, einer der Gründe für die Beliebtheit und die weite Verbreitung dieser Maschinen gewesen sein. Auch spielte der Preis, der weit unter dem der Typenhebelmaschinen lag, eine nicht zu übersehende Rolle.

3.3.2.2 Mignon
Die Mignon gehörte zu den in Deutschland am meisten gekauften Zeigermaschinen. Sie hatte ein übersichtliches Zeichenfeld, auf dem sich in sieben Reihen 84 Schriftzeichen befanden. Die Anordnung entsprach der Buchstabenhäufigkeit und vermied unnötige Wegstrecken beim Einstellen der Schriftzeichen.


Abbildung 31: Zeichenfeld der Mignon


Der Typenzylinder wies analog in sieben Reihen die genannten Schriftzeichen auf, was die Umschaltung entbehrlich machte.
Nach Aufsuchen des gewünschten Zeichens, d. h. nach Betätigen des Zeigers mit der linken Hand, drückte man mit der rechten Hand die erste der beiden neben dem Zeichenfeld rechts sich befindenden Tasten nieder, wodurch der Typenzylinder auf der Walze aufschlug. Die daneben liegende zweite Taste war die Zwischenraumtaste.
Typenzylinder und entsprechendes Zeichenfeld waren auswechselbar und konnten in verschiedenen Schriftarten geliefert werden. Dies machte die Mignon zu einer in jeder geschäftlichen Situation einsetzbaren Schreibmaschine.
Die Mignon war ab 1904 im Handel erhältlich. Dank der vielseitigen Verwendbarkeit und ihrer technischen Präzision überlebte sie die anderen Zeigermaschinen und wurde als Modell 4 bis 1932 gebaut. Ab 1933 war sie in einer verbesserten Ausführung als Olympia-Plurotyp zu haben.

3.3.2.3 Niagara
Die Einstellung des Typenrades, das dem der Blickensderfer entsprach, erfolgte bei der Niagara durch ein kreisrundes, vertikales Zeichenfeld. Aufschlag und Abdruck der Typen nach Betätigen einer Drucktaste mit der linken Hand. Die Fertigung erfolgte durch die Blickensderfer Mfg. Co., Stamford, Conneticut.


Abbildung 32: Niagara - Schreibmaschine



3.4 Typenhebelmaschinen

3.4.1 Williams
Die Williams war die Erfindung von John Newton Williams, der auf diese Maschine 1875 das Patent erhielt. 1888 übernahm die Brady Mfg., Co., Brooklyn, N. Y., die bereits die Fitch herstellte, die Fertigung der Williams, die sie 1892 an die Domestic Sewing Machine Co., abgab, um in demselben Jahr von der Williams Typewriter Co., Derby, Conn., übernommen zu werden.


Abbildung 33: Schreibmaschinen von Williams


Die Williams war eine ungewöhnliche Maschine. Die Typenhebel befanden sich halbkreisförmig je zur Hälfte vor und hinter der Walze, schlugen auf diese von oben auf, und es entstand ein sofort sichtbares Schriftbild. Jeder Typenheben hatte eine spezielle Führung, die aus einer Platte mit Rillen bestand, in denen sich die Typenhebel bewegten. Jede einzelne Type wiederum konvergierte gegen einen zentralen Führungspunkt. Es kam so zu einer Doppelführung, die eine vollkommene Ausrichtung der Schrift sicherte und eine besondere Art der Aufschlagbewegung zur Folge hatte (= grasshoper movement).
Die Einfärbung geschah über zwei, leicht auswechselbare Farbkissen. Man verwandte eine besondere für die Williams hergestellte, gegen Klima- und Witterungseinflüsse weniger empfindliche Tinte. Die Vorteile der Kisseneinfärbung waren beachtlich. Die Typen lagerten in der Ruhestellung auf den Kissen, so dass diese nicht so leicht austrockneten, während ein Reinigen der Typen nicht erforderlich war. Auf Wunsch wurde ein Stenogrammhalter, den man oberhalb der Maschine befestigte, mitgeliefert.

3.4.2 Daugherty/Pittsburg
Großen Anklang fand die Vorderaufschlagmaschine, die der Stenograph James Denny Daugherty aus Kittanning, Pa., 1890 erfunden hat. Er startete eine Maschine unter der Devise "we claim everything in sight" und brachte sie unter der Bezeichnung The Daugherty Visible heraus.


Abbildung 34: Die Daugherty Visible - Schreibmaschine


Gebaut wurde die Maschine zunächst von der Crandall Maschine Co., Groton, N. Y., (siehe Seite 18) und die seit 1979 die von Crandall erfundene Typenzylindermaschine mit sichtbarer Schrift fertigte. Die Herstellung der Daugherty erfolgte unter der technischen Leitung von E. E. Barney.
Daugherty gründete eine eigene Firma, die die Fertigung übernahm, und zwar die Daugherty Typewriter Co., Kittanning, Pa.. Nach Ausscheiden Daughertys verlegte man den Sitz nach Pittsburg, änderte die Firma in Pittsburg Writing Machine Co., und die Maschine erschien ab 1898 unter dem Namen Pittsburg.


Abbildung 35: Die Pittsburg - Schreibmaschine


Während bei den Oberaufschlagmaschinen die Schwierigkeit in der Rückführung der Typenhebel nach dem Aufschlag in die Ruhelage bestand, war es bei den Vorderaufschlagsmaschinen gerade umgekehrt. Zwar fielen die Typenhebel nach dem Aufschlag durch eigenes Gewicht und durch den Rückprall in die Ruhestellung zurück, beim Anschlag jedoch musste das ganze Gewicht des waagrecht ruhenden Typenhebels angehoben werden. Um dabei die notwendige Aufschlagsintensität zu erreichen, war man bemüht, den Hebelmechanismus so zu gestalten, dass durch ein sich allmählich änderndes Übersetzungsverhältnis dem Typenhebel eine sich beschleunigende Bewegung zu teil wurde. Bereits die Pittsburg war zwischen dem Taten- und Typenhebel mit einem Zwischenglied bestückt, was den Aufschlagseffekt wesentlich verbesserte, eine Lösung des Problems war es noch nicht.
Das Gesamthebelwerk war leicht auswechselbar. Die Maschine gehörte zu den Halbtastaturmaschinen und besaß Segmentumschaltung.
Daugherty hatte zwar mit seiner Maschine die Sichtbarkeit der Schrift erreicht, das eigentliche Problem des Vorderaufschlages aber offen gelassen. Dessen Lösung zu finden, blieb einem nach den USA ausgewanderten Deutschen, Franz Xaver Wagner, vorbehalten

3.4.3 Underwood
Die Underwoods stammten aus London, wo John Underwood Tinten aller Art herstellte, vor allem hochwertige Kopiertinten, die beim damaligen Stand der Büroarbeit als Kopiertechnik eine große Rolle spielten.
John wanderte 1872 nach den USA aus und setzte in der Nähe von Durham, N. Y., die Tintenfabrikation fort. Mit dem Aufkommen der Büroschreibmaschine erweiterte er die Produktion durch Anfertigung von Farbkissen und Farbrollen und spezialisierte sich nach Eröffnung des Betriebs in Brooklyn, N. Y., auf die Herstellung von Farbbändern.
Zur Frage, wie es zur Aufnahme der Schreibmaschinen-Fabrikation durch Underwood kam, berichtet die Überlieferung, dass Underwood sen. seinen Sohn John T. Underwood zur Remington-Gesellschaft sandte, um von dort den benötigten Farbbandauftrag hereinzuholen. Die Remington-Gesellschaft sagte ihm, dass sie die Farbbänder selbst erzeugen. John Underwood erwiderte, dass Underwood dann auch die Schreibmaschinen selbst produzieren soll.
John T. Underwood ließ den Worten Taten folgen. Sein Stammhaus, die Wagner-Typewriter-Company, erwarb an allen Wagnerschen Patenten die Auswertungsrechte und gründete 1885 die Underwood-Typewirter-Company. Letztere war finanziell so gestellt, dass sie die Schreibmaschinenfertigung in größerem Rahmen betreiben konnte.
Man gab der produzierten Maschine den Namen Underwood, unter dem sie 1898 auf den Markt kam und im Verlauf der folgenden Jahrzehnte den Weltmarkt erobert hat. Der Entwicklung entsprechend hätte sie die Bezeichnung Wagner-Underwood verdient gehabt.


Abbildung 36: Underwood - Schreibmaschine


Neben dem Schwinghebelgetriebe verfügt die Underwood über eine Reihe von Merkmalen, die sie zur modernen Büroschreibmaschine machten: Universaltastatur mit einfacher Umschaltung, Randsteller an der vorderen Walzenskala, Glockensignal am Ende einer Zeile, leichter Anschlag mit kräftig ausgewogenem Aufschlag; Prellring, durch den der Aufschlag paralysiert wurde mit sofortigem Zurückwerfen des Typenhebels; Stechwalze, die das Schreiben auf vorgedruckten Linien gestattet; Rücktaste; Kolonnensteller und Dezimaltabulator.
Obwohl sich die Grundkonzeption nicht änderte, brachte man bis 1901 fünf Underwood-Modelle heraus.

3.5 Standardschreibmaschinen
Die Underwood fand den ungeteilten Beifall der Fachwelt. Man erkannte und anerkannte das Meisterhafte der Konstruktion, mit der Wagner das Sichtschriftproblem gelöst hatte und erblickte in ihr die verwirklichte Idee einer zeitgemäßen Büroschreibmaschine, nach der man seit langem verlangt hatte.
Folgerichtig entwickelt sich dieser Schwinghebeltyp mit Vorderaufschlag zur Richtschnur für die künftige Gestaltung der Schreibmaschinen. Eine als Richtschnur dienende Konstruktion bezeichnen die Amerikaner als STANDARD (= NORM).
Wesentlich ist, dass sich die STANDARDISIERUNG der Schreibmaschine nicht auf Grund einer amtlichen Verfügung, wie dies bei uns der Fall wäre, vollzog sondern dass dieser Vorgang ein Sich - Herausbilden und die Folge allgemeiner Einsichten war. Hersteller und Konstrukteure befassten sich von nun an - und es ist auffallend fast ausnahmslos - mit dem Bau von Schreibmaschinen mit Standard-Charakter, bestimmt durch folgende Merkmale:
. Bauweise als Sichtschriftmaschine nach dem Underwood-Prinzip
. Universaltastenfeld mit einfacher Umschaltung (nach der Remington Mod. 2)
. Segmentmaschine mit Typenschlitzlagerung und Prellring
. Einfärbung mittels Farbband
. Automatische Farbbandumkehr
. Kolonnensteller oder Dezimaltabulator
Das Aufkommen der Standardschreibmaschine hatte eine Umwälzung in der gesamten Schreibmaschinenindustrie zur Folge. Die bislang nicht oder nur teilweise mit sichtbarer Schrift ausgestatteten Schreibmaschinen waren nicht mehr gefragt, und die Hersteller mussten auf ihre Fertigung verzichten.
Die bekannten und bewährten Unteraufschlagmaschinen REMINGTON, SMITH PREMIER und YOST versuchten zunächst, sich gegenüber den Standardmaschine zu behaupten, wobei ihnen vorzüglicher Ruf als Qualitätsmaschinen, gepaart mit Unverwüstlichkeit des Material, zugute kam.
Doch dieser Versuch war auf die Dauer nicht von Erfolg begleitet. Die Anwender verlangten die Sichtschreibmaschine und so blieb auch diesen drei Firmen nur übrig, ihre Fabrikate auf Sichtschrift umzurüsten, was dann 1908 geschah.
Damit war die beherrschende Stellung der Schwinghebelmaschinen mit Vorderaufschlag als Standardschreibmaschine vollkommen. Sie dauerte nahezu sechs Jahrzehnte. Erst ab 1962 wurde der Monopolcharakter gebrochen und dieses Maschinensystem gezwungen, den Markt mit den Kugelkopfmaschinen zu teilen.

4 Die Handbetriebenen Schreibmaschinen

4.1 Die Entwicklung von 1900 bis zum Ersten Weltkrieg

4.1.1 Allgemeines

Ab der Jahrhundertwende setzte sich die Standartschreibmaschine als Büromaschine durch. Es wurden eine Reihe von leichteren und handlicheren Maschinen, die nicht ortsgebunden waren auf den Markt gebracht. Franz X. Wagner beeinflusste mit seinem Patent die Entwicklung der Schreibmaschine bis in die zweite Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Er setzte einerseits ein senkrechtes Segment ein, das für die Aufhängung und die Lagerung der Typenhebel verantwortlich war, und andererseits einen Zwischenhebel, der den Typen- und Tastenhebel miteinander verbindet. Dadurch ist erst ein reiner Vorderanschlag möglich geworden.
Im deutschen Sprachgebrauch ist das Wort "Standardschreibmaschine" anerkannt und in den Normbestimmungen zu finden. Durch die Konstruktion von kleineren Schreibmaschinen wurde dieser Ausdruck ein wenig eingeschränkt. Als Standardschreibmaschinen wurden nur größere Büroschreibmaschinen verstanden und kleinere Schreibmaschinen nannte man Portable-Maschinen.
Vom Grundaufbau her sind beide Schreibmaschinenarten in ihrer Bauweise identisch. Sie sind Schwinghebelschreibmaschinen mit Vorderanschlag. Die Portable-Schreibmaschinen unterschieden sich nur in der ersten Phase durch ein dreiteiliges Tastenfeld.
Die DIN 2108 Vorschrift sieht eine Dreiteilung der Schreibmaschinen vor:
. Standardschreibmaschinen Über 150 mm
. Kleinschreibmaschinen Von 90 - 150 mm
. Reiseschreibmaschinen bis 90 mm
Im Jahre 1970 revidierte man diese DIN - Norm folgendermaßen:
. Schreibmaschinen / groß über 10 kg (entspricht der Standardschreibmaschine)
. Schreibmaschine / mittel von 4,5 - 10 kg (entspricht der Kleinschreibmaschine)
. Schreibmaschine / klein bis 4,5 kg (entspricht der Reiseschreibmaschine)
Es ist für eine Veranschaulichung zweckmäßig, eine Zweiteilung in Standardschreibmaschinen und Portable Schreibmaschinen vorzunehmen. Letztere fassen die kleinen und mittleren Schreibmaschinen zusammen