ZUM HAUPTMENU / Impressionen aus MYANMAR/BURMA - MÄRZ 2003
     
 
     

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Myanmar
Union Myanmar [Birma, Burma]

Geografie
Das Land         
Myanmar hieß bis 1989 Birma, benannt nach der größten Volksgruppe des Landes, den Birmanen. Das Land liegt in Südostasien und ist mit einer Fläche von 676.578 qkm hinter Indonesien das zweitgrößte Land dieser Region (knapp doppelt so groß wie Deutschland). Myanmar grenzt im Süden an den Indischen Ozean, im Westen an Bangladesch und Indien, im Norden an die Volksrepublik China, im Osten an Laos und Thailand.
Im Süden des Landes hat Myanmar durch ein etwa 80 km breites Gebiet (Tenasserim) Anteil an der Halbinsel Malakka. Dieser Teil des Landes ist gebirgig, es werden Höhen bis über 2000 m erreicht. Vor der Küste liegt das Mergui-Archipel mit mehr als 800 Inseln.
Im Westen Myanmars bilden Gebirge eine Landschaftsgrenze zum Indischen Subkontinent, das Patkai-Gebirge (Pahkaing Bum) steigt bis auf 3800 m an, der Gebirgszug des Arakan Yoma bis knapp 3000 m. Im äußersten Norden des Landes geht das Patkai-Gebirge über in die Randgebirge des östlichen Himalaya, hier steht der Hkakabo Razi, der mit 5881 m der höchste Berg Myanmars ist. Den Osten des Landes nimmt das verkarstete Shan-Hochland ein, das durchschnittlich rund 1000 m über dem Meeresspiegel liegt.
Zwischen diesem Hochland im Osten und den Gebirgszügen im Westen liegt die fruchtbare Ebene des Irawadi-Beckens, das an die 160 km breit ist und eine Nord-Süd-Ausdehnung von rund 1100 km hat. Der Irawadi ist mit einer Länge von rund 2000 km der längste Fluß Myanmars und bildet an seiner Mündung in den Indischen Ozean im Süden ein rund 47.000 qkm großes Delta. Die Hauptstadt Myanmars, Yangon (Rangun), liegt im südlichen Teil des Landes.

Klima
Das Klima in Myanmar ist tropisch und wird durch die Monsunwinde bestimmt. Zwischen November und Februar bringt der Nordwestmonsun trockene Luftmassen aus Innerasien heran, die Durchschnittstemperaturen im Land betragen zwischen 20°C und 25°C. Die Monate März und April bilden eine Übergangszeit mit noch wenig Niederschlägen, aber deutlich steigenden Temperaturen (30°C). Zwischen Mai und Oktober führt der Südwestmonsun zu reichhaltigen Niederschlägen (bis zu 5000 mm im Arakan-Gebirge) und sehr hoher Luftfeuchtigkeit, wobei die Niederschlagsmenge regional sehr unterschiedlich ist. Im Landesinneren sind sie deutlich niedriger (400-10000 mm), im Osteil des Landes (Shan-Hochland) liegen sie bei ca. 1500-2000 mm. Die Temperaturen in der Regenzeit liegen im Landesdurchschnitt bei ca. 30°C. Am Ende der Regenzeit gibt es eine weitere Übergansphase mit hohen Temperaturen, aber nachlassenden Niederschlägen.

Flora und Fauna
Ü ber 50% der Landesfläche Myanmars sind bewaldet. Immergrüne Regenwälder bedecken große Teile der Gebirge im Westen des Landes, neben Teakbäumen wächst vor allem Bambus. Im Hochland von Shan im Osten des Landes und im Norden sind überwiegend Kiefern und Eichen zu finden. Im Irawadi-Becken im zentralen Teil des Landes herrscht Trockenwald und Dornstrauchsavanne vor.
Die dichten Wälder bieten für zahlreiche Tierarten einen geeigneten Lebensraum, wobei einige von ihnen als vom Aussterben bedroht gelten (z.B. Großfleck-Zibetkatze) An größeren Säugetieren finden sich u.a. Panther, Bären, wilde Wasserbüffel, Rhinozerosse und verschiedene Affenarten wie z.B. Schopflangur und Schweinsaffe. Weiter kommen Katzenbären (Kleiner Panda), Linsang und Tapire (Schabrackentapir) vor. In den Mangrovengebieten an der Küste leben zahlreiche Krokodile.


Kultur und Gesellschaft
Bevölkerung   
Rund 45,6 Millionen Menschen leben in Myanmar, ein Großteil davon im zentralen Tiefland, nur knapp ein Viertel in den Städten. Einzige Millionenmetropole ist die Hauptstadt Yongon (Rangun) mit ca. 3,5 Millionen Einwohnern, nächstgrößte Städte sind Mandalay mit 533.000 und Moulmein (Mawlamyine) mit 220.000 Einwohnern.
In Myanmar leben rund 70 verschiedene Volksgruppen. Größte Gruppe mit einem Anteil von rund 69% sind die Birmanen, die mit den Tibetern verwandt sind. Nächstgrößte Gruppe sind die Shan mit rund 8%, die zu den Thaivölkern gehören und vor allem im Nordosten und Osten des Landes leben. Weitere Volksgruppen sind die Karen (6%), die überwiegend in den Grenzgebieten zu Thailand leben und seit Jahrzehnten eine Autonomie ihrer Gebiete anstreben, Rakhine (Rohingya, 5%), Mon (2%) und Kachin (1,5%). Rund 89% der Bevölkerung gehören dem Buddhismus an (vor allem Birmanen), unter den Karen gibt es eine bedeutende Minderheit an Christen. Zu den rund 4% Moslems im Land gehören vor allem die Rakhine, während die Bewohner der nördlichen Bergregionen überwiegend Anhänger von Naturreligionen sind.
Die Amtssprache ist Birmanisch, Englisch ist als Handelssprache von Bedeutung. Die geschätzte Analphabetenquote gilt mit rund 15% im Vergleich zu anderen Entwicklungsländern als niedrig, die vielen buddhistischen Klosterschulen ermöglichen für die Anhänger dieser Religion eine Grundausbildung. Doch die politische Situation führt dazu, daß die Universitäten nur noch teilweise geöffnet sind und Teile der gebildeten Bevölkerung das Land verlassen haben. Durch den jahrzehntelang anhaltenden Bürgerkrieg in Myanmar ist auch das früher sehr gut ausgebildete Gesundheitssystem vor allem in den ländlichen Gebieten nur noch mangelhaft: vier von zehn Kindern gelten als unterernährt. Heute muß das Land, das einmal größter Reisexporteur der Welt war, für die Versorgung der Bevölkerung Nahrungsmittel importieren. Die Lebenserwartung liegt für Frauen bei 61 Jahren, bei Männern bei 58 Jahren. 

Geschichte
Vor Beginn der christlichen Zeitrechnung siedelten im Süden des heutigen Myanmar die mit den Khmer verwandten Monvölker. Später folgten von Norden her das Volk der Pyu, die aus Mittelasien kamen. Ab dem 8. Jahrhundert n.Chr. wanderten von Norden her das Volk der Birmanen (auch: Burmesen) ein und unterwarfen die bereits ansässigen Völker. Im 11. Jahrhundert wurde das erste birmanische Königreich unter Anawrahta gegründet mit Pagan als Zentrum. Das Pagan-Reich dehnte sich bis auf die Halbinsel Malakka aus. Vom Volk der Mon nahmen die Birmesen die buddhistische Religion und die Schriftsprache Pali an. Im 13. Jahrhundert kam das Volk der Shan aus dem Nordosten und gründete im Osten des Landes ein Reich mit Ava (in der Nähe des heutigen Mandalay) als Zentrum. 1277 wurde das birmesische Königreich von einfallenden Mongolen zerstört. Bis ins 16. Jahrhundert hinein kämpften die Shan im Norden und Osten, die Birmesen im Zentrum und die Mon im Süden des Landes um die Vorherrschaft. Kurzzeitig konnte der Birmanenkönig Tabinshwehti aus der Dynastie der Toungoo die Mon und Shan erneut unterwerfen und ein zweites birmanisches Großreich gründen, das aber nach seinem Tode durch immer wiederkehrende Aufstände der verschiedenen Volksgruppen erneut in mehrere Kleinstaaten zerfiel.
Ab dem 16. Jahrhundert gründeten Portugiesen, Niederländern, Briten und Franzosen entlang der Küste erste Handelsniederlassungen. Der Machtbereich der birmesischen Könige wurde auf den Raum um die Hauptstadt Toungoo eingeschränkt.
Ab 1752 begründete der birmanische Fürst Alaungpaya aus der Konbaung-Dynastie das dritte birmanische Königreich. Er machte 1758 Rangun zur Hauptstadt. Die Völker der Mon im Süden und Shan im Norden wurden erneut unterworfen. Ende des 18. Jahrhunderts hatte das Reich seine größte Ausdehnung erreicht (im Westen Teile Indiens, im Norden bis nach China, im Osten Gebiete des heutigen Thailand und Laos).
Damit gerieten die birmesischen Herrscher in Konflikt mit den Interessen Großbritanniens, das zu dieser Zeit die bestimmende Kolonialmacht in Indien geworden war. In drei Kriegen (1824-26, 1852 53 und 1885-86) drängten britische Truppen die Birmesen zunächst aus den indischen Gebieten zurück und besetzten anschließend das Land. 1886 wurde Birma offiziell als Provinz der Kronkolonie Britisch-Indien angegliedert.
Als Kolonialherren unterdrückten die Briten auf der einen Seite massiv jegliche oppositionelle Bewegung, auf der anderen Seite wurde Birma durch Modernisierung und Intensivierung des Reisanbaus bis zum Ersten Weltkrieg größter Reisexporteur weltweit. Eine nationale Unabhängigkeitsbewegung, die überwiegend birmanisch geprägt war, entstand erst nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. Nach zahlreichen Aufständen wie z.B. dem Bauernaufstand unter dem buddhistischen Mönch Saya San 1930-32 billigte Großbritannien der Provinz Birma eine eingeschränkte Selbstverwaltung zu. 1935 schied Birma aus der Kronkolonie Britsch-Indien aus und wurde eine eigene Kolonie mit eigener Regierung und Parlament.
Im Rahmen des Zweiten Weltkriegs besetzten 1942 japanische Truppen Birma. Teile der birmesischen Unabhängigkeitsbewegung (Thakin-Bewegung, gegründet von U Nu) bildeten eine eigene Armee unter General U Aung San (Birma Independence Army, BIA), die zusammen mit den Japanern erfolgreich gegen die britischen Truppen kämpften. Im August 1943 erklärte die Befreiungsbewegung Thakin mit Zustimmung der japanischen Besatzungsmacht das Land Birma als unabhängig. Als sich die Niederlage Japans im Zweiten Weltkrieg abzuzeichnen begann, suchte General Aung San eine Annäherung an die Alliierten und verbündete sich mit diesen.
1945 gründete Aung San die Antifaschistische Freiheitsliga des Volkes (Anti-Fascist People’s Freedom League, AFPFL), die 1946 den Abzug der britischen Truppen und die Unabhängigkeit Birmas forderte. 1948 wurde die Republik Union Birma (Birmanische Republik) ausgerufen, die AFPFL gewann die ersten Wahlen und Regierungschef wurde der Buddhist U Nu. Sein Kurs eines „buddhistischen Sozialismus“ ging mit Bodenreformen und Enteignung ausländischer Unternehmen einher. Außenpolitisch blieb Birma neutral (1955 Anschluß an die Blockfreien Staaten).
In den folgenden Jahren wurde das Land immer wieder von schweren Unruhen erschüttert. Auslöser waren neben Revolten kommunistischer Gruppierungen, die eine Annäherung an die Sowjetunion forderten, vor allem Aufstände nicht-buddhistischer Stämme wie die Shan, Karen und Kachin, die eine Autonomie ihrer Gebiete verlangten. Dieser jahrzehntelang anhaltende Bürgerkrieg schwächte das Land entscheidend. Als Ende der 50er Jahre durch den Verfall des Weltmarktpreises für Reis (Birma war zu dieser Zeit weltweit führend im Reisexport) eine schwere Wirtschaftskrise das Land traf, übergab Regierungschef U Nu die Macht an das Militär unter General U Ne Win. Als Führer der von ihm gegründeten Union Party (UP) kehrte U Nu 1960 ins Amt des Ministerpräsidenten zurück. Als er den Buddhismus zur Staatsreligion erklärte, kam es zu erneuten blutigen Aufständen nicht-buddhistischer Völker, vor allem der teils christlichen, teils islamischen Karen, die überwiegend in den Gebieten des Irawadi-Deltas und in den Bergregionen entlang der thailändischen Grenze lebten. Dem Volk der Karen war bereits 1947 eine Autonomie in Aussicht gestellt worden, was jedoch nie verwirklicht wurde.
Regierungschef U Nu wurde 1962 durch einen Militärputsch unter General Ne Win gestürzt. Dieser gründete einen Revolutionsrat, hob die Verfassung auf und begann mit dem Aufbau eines sozialistischen Staatssystems mit einer Einheitspartei (Burma Socialist Programme Party, BSPP) und Verstaatlichung der Großbetriebe und Banken. Mehr als hunderttausend pakistanische, indische und chinesische Händler, die teilweise führende Positionen in der Wirtschaft Birmas innehatten, verließen das Land bzw. wurden ausgewiesen, was zu einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation im Lande führte.
1974 trat eine neue Verfassung in Kraft, Birma wurde zur „Sozialistischen Republik Union Birma“. Im darauffolgenden Jahr kam es wiederholt zu schweren Auseinandersetzungen in der Hauptstadt Rangun zwischen Regierungstruppen und Studenten, die für eine Absetzung von Staatschef Ne Win und die Einführung der Demokratie demonstrierten. 1981 trat Ne Win von seinem Amt als Ministerpräsident zurück, hatte aber als Parteivorsitzender der BSPP weiterhin die beherrschende Rolle inne. Sein Nachfolger als Staatspräsident wurde Generalstabschef U San Yu.
Anhaltende Studentenproteste führten dazu, daß 1989 eine Militärjunta unter der Führung von Staatspräsident Saw Maung die Macht übernahm. Er stand dem von 21 Generälen gebildeten „State of Law and Order Resauration Council“ (SLORC/Staatsrat für die Wiederherstellung von Recht und Ordnung) vor. Birma wurde in „Union von Myanmar“ umbenannt, die Hauptstadt Rangun hieß nun Yangon. Um der schlechten Wirtschaftslage Herr zu werden, wurden erste Maßnahmen hin zu einer marktwirtschaftlichen Orientierung ergriffen (Privatisierung von Staatsbetrieben). 1990 ließ das Regime freie Wahlen zu, die von der Partei der Demokratiebewegung (National League for Democracy, NLD) mit überwältigender Mehrheit gewonnen wurde (396 von insgesamt 485 Sitzen). Die Führerin dieser oppositionellen Bewegung war Aung San Suu Kyi, die Tochter des Nationalhelden General Aung San, die unter Hausarrest gestellt wurde (1991 erhielt sie den Friedensnobelpreis verliehen). Das Militär weigerte sich, das Wahlergebnis anzuerkennen und die Macht zu übergeben. Die totalitäre Herrschaft des Regimes hielt weiter an, ab 1992 unter General Than Shwe. Die massive Unterdrückung der Demokratiebewegung stieß vor allem im westlichen Ausland auf Proteste und löste Sanktionen aus (z.B. in Form von einem Verbot für Investitionen in Myanmar und die Einstellung von Entwicklungshilfe). Ankündigungen über eine baldige Demokratisierung Myanmars blieben in den 90er Jahren Versprechungen; auch wenn zahlreiche politische Häftlinge entlassen wurden, blieben dennoch viele Oppositionelle in Haft bzw. es kam zu neuen Massenverhaftungen (z.B. März 1997). Laut Berichten von Menschenrechtsorganisationen (1999) wurden weiterhin Zwangsumsiedlungen von Teilen der Bevölkerung durchgeführt bzw. diese zur Zwangsarbeit verpflichtet. Auch zu Beginn des neuen Jahrtausends ist keine Änderung der politischen Lage in Sicht. Wie in anderen südostasiatischen Ländern auch ist die AIDS-Rate in Myanmar sehr hoch (bei Prostituierten sind rund 47% infiziert, bei Drogenabhängigen vermutlich mehr als die Hälfte). Medikamente für die HIV-Positiven gibt es nicht, das Problem wird von der Staatsführung nicht angesprochen.

Politisches System
Hauptstadt: Yangon [Rangun]      
Exekutive und Legislative liegen in Myanmar (bis 1989 Birma) seit dem Militärputsch 1988 beim „State of Law and Order Restauration Council“ (SLORC/Staatsrat für die Wiederherstellung von Recht und Ordnung), der zunächst von 21 Generälen gebildet wurde und unter Führung des Staatspräsidenten Saw Maung stand. Im November 1997 wurde der Staatsrat in „State Peace and Development Council“ (SPDC/Staatsrat für Frieden und Entwicklung) umbenannt (unter der Führung von Staats- und Regierungschef Than Shwe) mit nunmehr 19 Mitgliedern. Die im Mai 1990 gewählte Nationalversammlung, bei der die oppositionelle Partei der Demokratiebewegung (National League for Democracy, NLD) über 80% der Stimmen erhielt, wurde nie einberufen.
Myanmar ist in sieben Unionsstaaten und sieben weitere Provinzen aufgeteilt. Die Judikative ist in Myanmar nicht unabhängig. Höchste Gerichtsinstanz ist der Oberste Gerichtshof.


Wirtschaft   
Myanmar gehörte bis Anfang der 60er Jahre hinein zu den wohlhabendsten asiatischen Ländern. Durch die sozialistische Planwirtschaft erlitt die Wirtschaft schwere Einbrüche. Ende der 80er Jahre wurden erste Maßnahmen hin zu einer freien Marktwirtschaft ergriffen wie z.B. die Reprivatisierung von Staatsbetrieben. Heute weist Myanmar hohe Wachstumsraten auf (rund 7%), die aber nicht darüber hinwegtäuschen können, daß es sich um eines der ärmsten Länder der Welt handelt mit einer chronisch negativen Außenhandelsbilanz und einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von rund 350 US-Dollar. Faktoren dafür sind sowohl das rasche Bevölkerungswachstum (2,2%) als auch ein schwerfälliger und korrupter Verwaltungsapparat und die hohen Ausgaben für die Armee: obwohl Myanmar außenpolitisch neutral ist, unterhält die Regierung eine rund 400.000 Mann starke, hochgerüstete Armee, die überwiegend gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt wird.
Bedeutendster Sektor der Wirtschaft ist nach wie vor die Landwirtschaft, die über 60% zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt. Viele der Betriebe sind genossenschaftlich organisiert. Zur Deckung des Nahrungsmittelbedarfs der Bevölkerung werden vor allem Reis, Zuckerrohr, Hülsenfrüchte und Hirse angebaut. Neben Reis als nach wie vor wichtigstem Exportprodukt (Birma war bis 1945 weltweit größter Reisexporteur) werden Erdnüsse, Jute und Baumwolle für den Export angebaut. In der Forstwirtschaft ist der Export von Teakholz bedeutend. Viehzucht ist aufgrund des vorherrschenden Glaubens (Buddhismus) so gut wie ohne Bedeutung. In Myanmar wird auch Mohn angebaut, das Ausgangsprodukt für Opium und Heroin. Schwerpunkt ist das sog. Goldene Dreieck im Grenzraum zu Laos und Thailand.
Nur ein Teil der Bodenschätze werden abgebaut, gefördert werden neben Blei und Zink vor allem Edelsteine (Saphire, Rubine, Jade) für die Schmuckherstellung. Erz- und Erdöl-Lagerstätten sind bekannt.
Im nur schwach entwickelten industriellen Bereich sind etwa 10% der Erwerbstätigen beschäftigt. Nahrungs- und Textilindustrie sind vorherrschend, im Bereich der Hauptstadt Rangun (Yogon) gibt es auch chemische bzw. petrochemische Industrie.
Wichtigste Handelspartner sind Singapur, Malaysia, Indien und Japan. Die von den USA und den Länder der EU verhängten Embargos, die die Militärführung zum Rücktritt zwingen sollen, verhindern einen Handel mit diesen Ländern. Einnahmen aus dem Tourismusbereich spielen eine untergeordnete Rolle.